Dienstag, 3. Februar 2015

Display-Reparatur Nexus 5

Nachdem ich ein halbes Jahr ein Smartphone mit gesprungener Frontscheibe benutzt hatte, motivierte mich mein Chef, das Gerät endlich zu reparieren. Ich habe mich dazu durchgerungen und freue mich nun, in Kürze ein zweites Mal die Schutzfolie vom Display abziehen zu können.


Die Einschläge kamen näher: ein Testgerät auf der Arbeit, das Nexus 4 eines Freundes, das Nexus 5 meiner Frau - alle hatten die Spider-App installiert, also eine gebrochene Scheibe (wenn manchmal auch nur hinten). Im Urlaub war es dann bei mir soweit: Das schöne Nexus 5 fiel auf einen Betonboden und die Frontscheibe war prompt gesprungen. Weil's so schön war, lies ich das Gerät zwei Tage später gleich noch mal auf eine andere Ecke fallen, um den Spider-Effekt zu intensivieren.

Vom Nexus 5 meiner Frau wusste ich bereits, dass eine Reparatur beim Fachmann über 100 Euro kosten würde. Die Materialkosten für eine selbst durchgeführte Reparatur sind in etwa genauso. Das liegt daran, dass beim Nexus 5 die Frontscheibe fest mit dem Display und der Touch-Einheit verklebt ist, und man deshalb alles zusammen kauft. Man kann ein paar Euro sparen, wenn man wenigstens den Gehäuserahmen weglässt, der nicht ganz so hartnäckig verklebt ist. Jemand hat sogar einen Weg gefunden, die Scheibe vom Rest zu trennen, aber der Vorgang und das darauffolgende Verkleben wären mir eine Nummer zu aufwändig gewesen.

Alle Reparaturoptionen wären mir also entweder zu teuer oder zu aufwändig gewesen. Schließlich funktionierte das Smartphone einwandfrei - es sah nur etwas... speziell aus.

Erst mein Chef gab mir den Anstoß, mich der Sache doch noch einmal anzunehmen. Er hatte selbst bereits Displays getauscht und konnte nicht ganz nachvollziehen, wieso ich die Reparatur nicht in Angriff nahm. Also machte ich mich noch ein mal auf die Suche und siehe da: Die mittlere Reparaturvariante - also Scheibe mit Displayeinheit ohne Gehäuserahmen - verschickt man aus China inkl. Werkzeug für ca. 40 Euro.

Wegen der Bestellung habe ich heute zum ersten mal ein Zollamt von innen gesehen, denn ich musste die Mehrwertsteuer von knappen 8 Euro nachzahlen. Eben gerade habe ich mich dann endlich an den Austausch gemacht, nachdem ich das neue Display provisorisch testete. Für den Austausch habe ich mich an diesem Video orientiert, und es ging auch genau so:

Neben dem mitgelieferten Werkzeug hatte ich einen Fön als Wärmequelle zum Lösen des Klebers  eingesetzt. Mit meinem neuen Multimeter konnte ich feststellen, dass der Fön das Werkstück flott auf die gewünschten 60 - 70°C aufheizt. Mit einer Nadel habe ich größere Glassplitter vom Gehäuserand gepult. Zum Verkleben des neuen Displays mit dem Gehäuse habe ich Sekundenkleber verwendet.

Während ich das hier schreibe drückt ein Buch die Klebestellen zusammen. Ich hoffe, dass nun nicht noch irgendetwas schiefgeht...